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Die große Pause an der Realschule I heißt für manche Fünftklässler (und
andere Jahrgänge) nicht nur abschalten, mit Freunden quatschen, sondern in bestimmten
Situationen auch einander konzentriert zuhören und miteinander sprechen. Dann
sitzen sich zwei Streithähne oder -hennen gegenüber und arbeiten mit Hilfe
speziell geschulter älterer Schüler oder Schülerinnen, den Schlichtern, an
einer gewaltfreien Lösung eines Streits.
Die Schlichter sind dabei zur Neutralität verpflichtet. Alles, was im
Schlichtungszimmer besprochen wird, bleibt geheim. Es gibt allerdings ein
Gesprächsprotokoll und einen Schlichtungsvertrag, den die Kontrahenten im
besten Fall am Ende gemeinsam unterzeichnen. Beides wird in einem Schrank
eingeschlossen. Keine Lehrkraft oder Mitschüler wird jemals ein Wort daraus
erfahren.
Zunächst aber müssen die Schlichter um das Vertrauen ihrer neuen Mitschüler
werben. Daher hat jede neue 5. Klasse vier "Paten" aus den 10.
Klassen, die sich vom ersten Schultag an besonders um "ihre" neuen
Schulkameraden kümmern. Sie bauen dabei einen engen persönlichen Kontakt auf,
damit die Schülerinnen und Schüler sich trauen, jederzeit mit ihren Problemen
zu ihnen zu kommen. Sie stellen sich den Klassen nicht nur gleich in der
ersten Woche vor, sondern jede Klasse verbringt mit ihren persönlichen
Schlichtern, den Klassenlehrern und einer der drei Schlichtertrainerinnen
(Frau Steen, Frau Schmidt, Frau Gieseking) einen Info- und Trainingstag
außerhalb der Realschule.
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