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Schlichten statt
Richten- Seminartage für die 5. Klassen

Die große Pause an der Realschule I heißt für manche Fünftklässler (und
andere Jahrgänge) nicht nur abschalten, mit Freunden quatschen, sondern in bestimmten
Situationen auch einander konzentriert zuhören und miteinander sprechen. Dann
sitzen sich zwei Streithähne oder -hennen gegenüber und arbeiten mit Hilfe
speziell geschulter älterer Schüler oder Schülerinnen, den Schlichtern, an
einer gewaltfreien Lösung eines Streits.
Die Schlichter sind dabei zur Neutralität verpflichtet. Alles, was im
Schlichtungszimmer besprochen wird, bleibt geheim. Es gibt allerdings ein
Gesprächsprotokoll und einen Schlichtungsvertrag, den die Kontrahenten im
besten Fall am Ende gemeinsam unterzeichnen. Beides wird in einem Schrank
eingeschlossen. Keine Lehrkraft oder Mitschüler wird jemals ein Wort daraus
erfahren.
Zunächst aber müssen die Schlichter um das Vertrauen ihrer neuen Mitschüler
werben. Daher hat jede neue 5. Klasse drei bis vier "Paten" aus den
10. Klassen, die sich vom ersten Schultag an besonders um "ihre"
neuen Schulkameraden kümmern. Sie bauen dabei einen engen persönlichen
Kontakt auf, damit die Schülerinnen und Schüler sich trauen, jederzeit mit
ihren Problemen zu ihnen zu kommen.
Sie stellen sich den Klassen nicht nur gleich in der
ersten Woche vor, sondern jede Klasse verbringt mit ihren persönlichen
Schlichtern, den Klassenlehrern und einem der drei Schlichtertrainerinnen
(Frau Steen, Frau Schmidt, Frau Gieseking) einen Seminartag außerhalb der
Realschule.
Die jungen Schlichter und Schlichterinnen organisieren den
Ablauf dieses Tages weitgehend selbst und vermitteln Regeln und Ablauf einer
Schlichtung in Rollenspielen. Im Vordergrund stehen mögliche Anlässe bzw.
Situationen, die zu Streitigkeiten führen können.
Die Kinder erfahren dabei, dass sie mit ihren negativen Gefühlen nicht allein
sind und die Schlichter/innen ihnen helfen können. So werden Hemmungen
abgebaut und die Schüler nehmen in Streitfällen die Hilfe der vertrauten
Schlichter selbstverständlich an. Das Trainieren konstruktiver
Konfliktlösungen an der Realschule I heißt, dass es immer besser ist, einen
Streit im Frühstadium zu entschärfen und zu beenden und dass es dazu erfahrungsgemäß
mehr Mut und Selbstsicherheit erfordert als einen Streit mit Gewalt "zu
lösen".
Niemand zwingt nach einem Erstgespräch zur Durchführung einer
Schlichtung und niemand verlangt, dass die Streitenden dadurch automatisch zu
dicken Freunden werden. Wichtig ist, dass alle mit dem Ausgang bzw. der
Lösung zufrieden sind und sich niemand als Verlierer fühlt. So gehen beide
Parteien daraus als Sieger hervor. Ein bewährtes Konzept, das an der
Realschule I der Gewalt im Alltag selbstbewusst und engagiert entgegen tritt.
Eindrücke von den Seminartagen
„Laute Post“:
Ein Kommunikationsspiel, bei dem man lernt, dass Lautstärke für die
Kommunikation nicht immer wichtig ist.


Eine Gruppe denkt sich ein Wort
aus, das die andere Gruppe erraten muss.

„Mein rechter, rechter Platz ist
frei…“









Anhand von Situationskarten wird
spielerisch über mögliche Konfliktsituationen in der Schule gesprochen.





Am Ende des Seminartages führen
die Schlichter eine Streitschlichtung vor.

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