Zentrale Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus
in Kooperation mit der Stadt Detmold
Gestaltet von Schülerinnen und Schülern der R1
Dienstag, 27. Januar in der Aula der Realschule I ab 17 Uhr
  

Vorbericht der Lippischen Landeszeitung
vom 20.01.2009

 

„Instrument des Terrors und der Hoffnung“
Realschule I lädt zur Gedenkfeier am 27. Januar

 

Sie gehörte zum KZ-Alltag dazu: die Musik. Lagerorchester, -kapellen und Chöre spielten und sangen Lieder als „Instrument des Terrors und der Hoffnung“. Unter diesem Untertitel steht am 27. Januar auch die zentrale Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus – ausgerichtet von der Realschule I in Kooperation mit der Stadt Detmold.

 

Seit November haben sich die Zehntklässler intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt, diskutiert, geprobt und gestaltet. Unter dem Motto „ Totenstille – Musik in Auschwitz haben sie zum 64. Jahrestag der Befreiung des KZs einen Aspekt des Lagerlebens aufgegriffen, der generell eher wenig Beachtung in den Geschichtsbüchern findet. „Die Musik darf in diesem Fall nicht zu positiv betrachtet werden“, betonte Realschüler Ruben Pompe gestern bei der Vorstellung des Rahmenprogramms im Rathaus. „Sie war oftmals ein Mittel der Unterdrückung und Verhöhnung“.

 

Was genau das bedeutet, beleuchten die Jugendlichen am 27. Januar ab 17 Uhr in der Aula der Realschule I, zu der alle herzlich eingeladen sind. Das Ziel der Veranstaltung: „Wir möchten den Menschen aufzeigen, was damals wirklich passiert ist, und zum  Nachdenken anregen“.

 

Eine Textcollage rund um das Werk „Das Mädchenorchester von Auschwitz“ von der Inhaftierten Fania Fénelon bildet den Schwerpunkt der Gedenkveranstaltung. Fotos aus Dirk Reinartz Bildband „totenstill“: Bilder aus den ehemaligen deutschen Konzentrationslagern“ visualisieren das Thema. Das Schulorchester und der Schulchor sorgen für die musikalische Umrahmung.

 

Bürgermeister Rainer Heller lobte das Engagement der Schülerinnen und Schüler und unterstrich: „Es ist schwer, das Geschehene in Worte zu fassen, aber wir brauchen diese Worte für morgen, damit so etwas nicht wieder passiert.“

  

 

Das Veranstaltungsplakat gestalteten Schülerinnen und Schüler der Grafikdesign-AG. Die Vielfalt der hervorragenden Entwürfe machte die Wahl nicht einfach, welches Plakat für die öffentliche Bewerbung der Veranstaltung zum Zuge kommen sollte, das auf Kosten der Stadt Detmold sogar großformatig gedruckt wurde. Besucher der Veranstaltung können bei Interesse noch weitere Werke im Foyer der Aula begutachten. Dort sind sie und weitere Entwürfe ausgehängt.

LZ vom 21.1.2009 / G.G. 01/2009