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Förderkurs Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS) Gute Lese- und Rechtschreibleistungen bilden heute immer noch eine wichtige Grundlage für den erfolgreichen Berufseinstieg. Aber auch schon während der Schulzeit sind diese Leistungen nicht nur für Deutsch, sondern für viele Fachbereiche wichtig, vor allem beim Erlernen von Fremdsprachen wie Englisch ab Klasse 5 und Französisch als Wahlmöglichkeit ab Klasse 7. In den letzten Jahren hat sich für uns gezeigt, dass immer mehr Schülerinnen und Schüler mit einer Lese- und Rechtschreibschwäche die Grundschule verlassen. Damit auch diese Kinder, die über ausreichende intellektuelle Fähigkeiten und soziale Eignung verfügen, die RI erfolgreich abschließen können, bietet unsere Schule ein Förderprogramm für lese- und rechtschreibschwache Kinder an. Diese Fördermaßnahme umfasst zwei Schuljahre, so dass die Kinder während der gesamten Erprobungsstufe (Klasse 5 und 6) durch das LRS-Programm begleitet und unterstützt werden. Alle Kinder der Erprobungsstufe erhalten an der RI zusätzlich zu den regulären vier Deutschstunden eine weitere Deutschstunde pro Woche; in der allgemeine Lese- und Rechtschreibübungen durchgeführt werden. Kinder mit erheblichen Lese- und Rechtschreibschwächen verlassen für diese eine Stunde den Klassenverband und nehmen an einer intensiven Förderung teil, in der die speziellen Defizite der Kinder in Kleinstgruppen aufgearbeitet werden. Durch dieses Verfahren ist gewährleistet, dass Förderschülerinnen und -schüler sich nicht durch zusätzlichen Unterricht bestraft fühlen. Die Auswahl der Förderschülerinnen und -schüler erfolgt in Zusammenarbeit mit den Grundschulen, den Deutschfachlehrerinnen und -lehrern der RI und auf der Grundlage eines Rechtschreibtests. Bereits nach vier Unterrichtswochen kann die LRS-Förderung in den neuen Fördergruppen der fünften Klassen beginnen, deren Teilnehmerzahl auf höchstens acht Personen begrenzt wird. Es geht im LRS-Förderkurs einerseits um die Aufarbeitung individueller Defizite; andererseits werden allgemeine Bereiche des Lese- und Rechtschreibprozesses gefördert. Die erste Phase des Förderprogramms ist der Eingewöhnung vorbehalten. Diese umfasst das gegenseitige Kennenlernen und den Vertrauensaufbau der Gruppenmitglieder untereinander bzw. zur LRS-Lehrkraft, den Motivationsaufbau und die Findung individueller Förderziele. Erst wenn die Kinder unter Anleitung erkannt haben, wo ihre Defizite liegen, können sie sich aktiv daran beteiligen, ihre speziellen LRS-Schwächen zu beseitigen. Das Förderprogramm berücksichtigt im weiteren Verlauf die Tatsache, dass sich der Lese- und Rechtschreibprozess in verschiedene Teilleistungen gliedert. In der Fördergruppe wird eine Fülle von Einzelübungen zu den auditiven und visuellen Teilleistungen durchgeführt, um die Defizite auszugleichen. Schließlich sollen die Kinder befähigt werden, ihre spezifischen Rechtschreibfehler zu ermitteln, in einer individuellen Fehlerkartei zu sammeln und zu bearbeiten, um diese Fehler, langfristig betrachtet, auszumerzen. |