Instrument  des Terrors und der Hoffnung – Musik in Auschwitz

Realschule I gestaltet Gedenkstunde am Holocaust-Gedenktag

 

Am 27.Januar, dem Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus, lud die Realschule I gemeinsam mit der Stadt Detmold zu einer Gedenkveranstaltung in ihre Aula ein.

 

Schülerinnen und Schüler der Klasse 10a, des Orchesters und Chores sowie Schülerinnen der Kurse Praktische Philosophie und Rhetorik hatten ein Programm zum Thema „Musik in Auschwitz“ vorbereitet.

 

Am Anfang stand mit Arnold Schönbergs „Ein Überlebender  aus Warschau“, ein eindrückliches Werk, das die Grauen des Holocaust in Text und Musik behandelt. Nachdem Helat Oktay kurz über das Warschauer Ghetto informiert hatte, las Kirsten Soppa den „Bericht eines Überlebenden aus Warschau“, dessen musikalische Umsetzung anschließend an einem Hörbeispiel aus Schönbergs Komposition veranschaulicht wurde.

 

Kirsten Soppa, „Bericht eines Überlebenden aus Warschau“.

 

Mit dem Bach-Choral „Es ist genug“ leitete der Chor der Klasse 7a zum zweiten Schwerpunkt des Programms, der Textcollage aus Fania Fénelons Buch „Das Mädchenorchester in Auschwitz“ über.

 

Auch hier stand am Anfang eine kurze Information über den historischen Hinter-grund, vorgetragen von Chiara Hohage. Die Klasse 10a hatte im Religionsunterricht sieben Leseszenen aus Fania Fénelons Erinnerungen vorbereitet, die den Bogen vom Erleben der Hölle Auschwitz über die Pervertierung der Musik durch Marschmusik beim täglichen Appell der Arbeitskommandos bis hin zur Befreiung spannte.

 

Julienne Gliniors übernahm die Rolle Fanias, Sprechchöre machten ihre Erinnerungen auch emotional erfahrbar, Bilder aus Dirk Reinartz‘ Fotoband „totenstill. Bilder aus den ehemaligen deutschen Konzentrationslagern“ veranschaulichten die Situation zusätzlich auf einer großen Leinwand im Bühnenhintergrund.

 

Julienne Gliniors, Textcollage aus Fania Fénelon „Das Mädchenorchester in Auschwitz“.

 

Der Sprechchor zur Textcollage aus Fania Fénelon „Das Mädchenorchester in Auschwitz“.

 

 

Die ganze Bandbreite des Themas „Musik in Auschwitz“ wurde nicht zuletzt durch die Beiträge des Orchesters Co2 sowie des Chores deutlich. Nach der israelischen Nationalhymne zum Auftakt der Veranstaltung nahm die Musik immer wieder Bezug auf die vorgetragenen Texte.

 

Das bekannte jiddische Lied „Dona Dona“ , vorgetragen vom Unterstufen-Chor, schloss sich an die erste Sprechszene an.

 

 

Der Bericht über den täglichen Appell der Arbeitskommandos unter Orchester-Begleitung wurde vorbereitet durch einen vom Orchester Co2 vorgetragenen Marsch. Ein Klarinettentrio aus den Reihen des Orchesters (Meike Vösgen, Franziska Stock, Victoria Schönfisch) trug zwei jiddische Lieder vor, nachdem in der vorausgegangenen Leseszene vom Musikhimmel die Rede war. Beim „Basin Street Blues“ waren Musik und Text parallel zu hören, im Text ist dabei von der Gleichgültigkeit der SS nach ihrem mörderischen Tun die Rede.

 

Julienne Gliniors und Atessa Dreier, Textcollage aus Fania Fénelon „Das Mädchenorchester in Auschwitz“.

 

Den Schlusspunkt der Textcollage bildete die Befreiung, Fania Fénelon singt die Marseillaise, und die erklang auch am Ende des Programms, gesungen von Sophie Peters.

 

 

Zum Abschluss des Abends sprach Bürgermeister Rainer Heller mit Schülerinnen und Schülern über die Notwendigkeit des Erinnerns und der Wachsamkeit gegenüber aktuellen neonazistischen Tendenzen und lobte in diesem Zusammenhang ausdrücklich die beeindruckende Aufführung der Schülerinnen und Schüler.

 

 

Das Motto dieses mittlerweile Internationalen Gedenktags „Nicht vergessen, sondern erinnern“ wird nicht nur bei den Aufführenden sondern auch bei allen Gästen dieses Abends nachhaltig wirken.

Drave/ Gieseking 01/2009