Die
Bläserklasse

an der Realschule I

   


 

in Zusammenarbeit mit
der Hochschule für
Musik Detmold

  

  
Die Städtische Realschule I richtet seit dem Schuljahr 1999/2000 für die Jahrgangsstufe 5/6 eine Bläserklasse ein.

  

Klassenmusizieren in der Bläserklasse ist eine Methode des Musikunterrichts, bei der jeder Schüler im regulären Musikunterricht ein Orchesterblasinstrument erlernt. Zur Verfügung stehen:

  

Querflöten, Klarinetten, Saxophone, Baritonhörner, Trompeten und Posaunen.

  

Eltern, die ihre Kinder an unserer Schule anmelden, entscheiden sich, ob ihr Kind in die Bläserklasse geht oder in einer anderen Klasse am normalen Musikunterricht teilnimmt.

  

Die Bläserklasse wird über 2 Jahre (Klasse 5/6) geführt. Die Schüler haben eine Musikstunde mehr als die Parallelklassen (alle 3 Stunden am Vormittag). In der 3. Wochenstunde findet Unterricht in den einzelnen Registern (Flöten, Klarinetten, Trompeten u.s.w) statt. Die Schüler haben keinen Anspruch auf ein bestimmtes Blasinstrument, da die vorhandenen Instrumente zahlenmäßig so zusammengestellt sind, dass ein ausgewogener Gesamtklang entstehen kann. Die Schüler dürfen aber drei Wunschinstrumente angeben. Sie sollen keine Vorkenntnisse auf dem Instrument ihrer Wahl haben.

  

Download: Musikstück der Bläserklasse

Eupho.jpg (80718 Byte)

 

Warum Klassenmusizieren? Der Paderborner Professor Dr. Hans Günther Bastian untersucht seit 1992 in einer Langzeitstudie an Berliner Grundschulen die Auswirkungen von zusätzlichem Musikunterricht. Die Kinder haben eine Stunde mehr Musikunterricht als die Vergleichsklassen. Sie spielen ein Instrument. Tägliches Üben bedeutet einen zusätzlichen Zeitaufwand für sie.

  

Die Kinder aus den Versuchsschulen zeigten trotz dieses zusätzlichen Zeitaufwandes in ihrem Sozialverhalten, in der Konzentrationsfähigkeit und nicht zuletzt in ihren schulischen Leistungen in den Kernfächern Mathematik und Deutsch eine deutlich bessere Entwicklung als die Kontrollgruppe. Im Bereich der Intelligenz wiesen die Kinder der musikbetonten Schulen konstant einen höheren Intelligenzquotienten auf, obwohl es bei der Einschulung noch keine deutlichen Unterschiede zwischen beiden Gruppen gegeben hatte.

  

Was aber vielleicht noch wichtiger scheint: "Wer zusammen musiziert, prügelt sich weniger." Der Umgang der Kinder untereinander wird durch gemeinsames Musikmachen ausgeglichener, sie lernen, sich in eine Gruppe zu integrieren, Rücksicht zu nehmen, aufeinander zu hören und die Bedürfnisse der anderen besser wahrzunehmen. Auch die Ablehnung und Ausgrenzung von Mitschülerinnen und Mitschülern ist laut Bastian in den Versuchsgruppen viel geringer.

  

Kosten: Die Eltern zahlen während der ersten 2 Jahre (Klasse 5 und 6) einen monatlichen Betrag von 21 Euro (in den Ferien durchbezahlt) für Leihinstrument und Instrumentallehrer.

  

Am Ende der Klasse 6 werden die Instrumente abgegeben. Danach besteht die Möglichkeit an der Musikschule Unterricht zu nehmen oder in einer schuleigenen Musikgruppe bzw. in einem örtlichen Musikverein mitzuwirken.