|
Besuch bei der 1004. Schule in Moskau Ein Reisebericht von
Vom 22. Mai 2008 bis zum 1. Juni 2008 waren Schülerinnen und Schüler unserer Schule schon das vierte Mal in Moskau zu Gast. In diesem Jahr nahmen 15 Schülerinnen und Schüler teil.
Unsere Reise begann am Donnerstagmorgen. Alle Schüler trafen sich (reichlich verschlafen) mit ihren Eltern um 5.00 Uhr auf dem Schulhof. Nachdem unser Bus endlich beladen und auch die letzten Winke-Winke-Taschentücher ausgepackt waren, fuhren wir endlich los. Ziel: Flughafen Düsseldorf. Während der Fahrt wurde natürlich weitergepennt! Nach dem erfolgreichen Einchecken wurden auch noch die letzten Wasserflaschen in Gemeinschaftsarbeit geleert, da man diese ja nicht mit ins Flugzeug nehmen durfte.
Der Flug verlief zunächst ereignislos. Doch dann: kurz vor Moskau flog unser Pilot mehrere Schleifen. Plötzlich die Durchsage: „Da unser Treibstoff knapp wird (panische Blicke in alle Richtungen) und wir nicht wie vorgesehen in Domodedovo landen können, werden wir nun auf einem Flughafen außerhalb von Moskau landen.“
Gesagt, getan. Schließlich landeten wir wirklich auf einem kleinen Airport außerhalb der Stadt. Da jedoch unser Bus noch immer in Domodedovo auf uns wartete, mussten wir nun ebenfalls warten. Ganze drei Stunden lang saßen wir in der Vorhalle fest. Die Fußballfans der Partie Manchester United hatten unseren eigentlichen Flughafen quasi lahm gelegt.
Endlich kam die erlösende Nachricht: Der Bus ist da. Im Nieselregen fuhren wir über die überfüllte Autobahn bis wir endlich in der Dunkelheit an der 1004. Schule ankamen. :-) Obwohl wir mehrer Stunden zu spät waren, war die Stimmung ausgelassen. Alle waren froh, angekommen zu sein. Schließlich wurden wir ja freudig erwartet.
Traditionelle Begrüßung mit Brot und Salz
Nachdem sich alle gefunden hatten, gingen wir in unser vorübergehendes Zuhause.
Am nächsten Tag wurden wir durch die Schule geführt. Danach nahmen wir am Unterricht teil, man konnte zwischen Musik und Legotechnik wählen.
Lisa Hauptstein und Jennifer Seidel (oben), aber auch Dominik Zielinski und Lena Schwarze (unten) hatten großen Spaß an „Legotechnik“.
Nach der Stunde aßen wir in der Schulkantine zu Mittag. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung in unseren Familien.
Am Abend trafen wir uns wieder. Nach unserer ersten Busfahrt in Moskau folgte die U-Bahn-Premiere. Nach dem Gedrängel hatten wir glücklicherweise niemanden verloren und wir erlebten eine Zirkusvorstellung der besonderen Art mit Löwen, Hochseilartisten, Clowns und allem, was dazu gehört.
Am Samstag besuchten wir das Freilichtmuseum Zarizino. Wir besichtigten die prachtvollen Gebäude bis es begann, wie aus Kübeln zu gießen. Nachdem wir uns sprichwörtlich einen „nassen Ar...“ geholt hatten, wurde die Führung nach drinnen verlegt. Mit äußerst hübschen blauen Plastikeinmalüberziehdingern über den Schuhen, damit wir den Boden nicht beschädigten, ging es weiter. Schließlich wurden noch einige Fotos geknipst, bevor es dann nach Hause ging.
Nachdem wir den Sonntag in unseren Familien verbracht hatten, fuhren wir am Montag ins Zentrum von Moskau. Wir besichtigten den Roten Platz, der noch schöner ist als auf allen Fotos und die Basiliuskathedrale. Danach gingen wir in den Alexandergarten mit vielen Blumen und schlenderten dann zum Grab des unbekannten Soldaten. Es folgte das GUM - eine sehr teure Einkaufspassage - danach Tweskaja, Jelisejew und der Boulevard Ring. Nachdem unsere Gruppe alle Sehenswürdigkeiten im Umkreis abgegrast hatte, gingen wir in die Manege, um etwas zu essen. Wir blieben in der Stadt und gingen am Abend ins Theater. Es wurde „Don Quichote“ als Ballett aufgeführt.
Am Dienstag war eine Fahrt zur Residenz Iwan des Schrecklichen geplant. Die Sonne schien, während wir aus Moskau herausfuhren und nach zweieinhalb Stunden ankamen. Wir besichtigten das gesamte Gelände und nachdem Anna und Egor geheiratet hatten :-), ging es auch schon wieder nach Hause.
Am Mittwochvormittag wurden wir durch den Kreml geführt. Anschließend ging es in den streng bewachten Raum, in dem der russische Staatsschatz aufbewahrt wird. Er besteht aus Kronen, Schmuck, Goldbarren und mehreren Edelsteinen wie Rubinen und Smaragden. Danach fuhren wir mit verschiedenen U-Bahn Linien durch Moskau, um uns die schönsten Metrostationen anzusehen.
Am Abend dieses Tages belegten wir einen Tanzkurs an der Schule. Unter anderem wurde uns Walzer und Disco-Fox beigebracht, auch wenn viele nicht sehr begeistert davon waren. :-)
Am Donnerstag stand die Betriebsbesichtigung des Moskauer Coca-Cola Werks auf dem Programm. Nachdem wir von einer freundlichen Dame mit Minimegafon durch den großen Betrieb geführt worden waren, ging es zurück zur Schule. Wir bekamen Schürzen von unseren Gastschülern (wobei für manche wohl leider nur noch die rosafarbene in Cinderellaoptik übrig war :-)) und begannen, Pelmeni zu machen. Pelmeni sind so etwas wie russische Tortellini, die mit Hackfleisch oder Sahnecreme gefüllt werden.
Danach fuhren wir noch einmal in die Innenstadt, um uns die Erlöserkathedrale sowie die Eliaskathedrale anzusehen. Danach besuchten wir die Gemäldegalerie im Puschkinmuseum.
An unserem drittletzten Tag fuhr unsere Gruppe mit dem Bus zur Moskauer Universität. Nachdem wir dort das Naturkundemuseum besichtigt hatten, gingen wir in die Kantine, um dort zu essen. Anschließend besuchten wir die Moskauer Filmfabrik „Mosfilm“.
Am Samstag fuhren wir zu den Sperlingsbergen, einer großen Aussichtsterrasse kurz hinter der Universität. Nach dem Nachmittag zur freien Verfügung war am Abend eine Abschiedsdisco angesetzt. Nachdem die deutschen Schüler ihr Programm vorgeführt hatten, wurde gesessen, getanzt und Wasser aus Plastikbechern getrunken. :-)
Am Sonntagmorgen stiegen wir mit vielen Geschenken beladen in den Bus. Viele Tränen flossen, bis wir den Flughafen Domodedovo erreichten. Und diesmal was es der Richtige :-)
Der Schüleraustausch nach Moskau hat uns Schülern viel gezeigt. Er hatte viele Vorteile. Wir lebten in russischen Gastfamilien und lernten ihre Sitten und Bräuche kennen, häufig verständigten wir uns auf Englisch mit ihnen. Neben diesen Erfahrungen lief die Zeit bei ihnen natürlich nicht ohne manchmal lustige Missverständnisse ab, die aber immer geklärt werden konnten :-).
Die russischen Schüler sind auf dem gleichen Englisch-Level wie wir, und deshalb kann man sich sehr gut mit ihnen über alles unterhalten. Alle Gastschüler sowie Eltern sind sehr nett und wurden vorher von der russischen Schulleitung für den Austausch ausgewählt. Sie sind fürsorglich und immer um das Wohlergehen ihres Gastes bemüht.
Moskau ist eine faszinierende Stadt. Jede U-Bahnfahrt, jede Bus- und Bahnfahrt war ein Erlebnis der besonderen Art und überhaupt nicht mit Deutschland zu vergleichen. Auch die interessante russische Architektur findet man in Deutschland nicht. Viele Gebäude sind, wie beispielsweise die Moskauer Universität, im Zuckerbäckerstil errichtet. Sogar Wolkenkratzer gibt es dort. Die Kirchtürme sind in der typischen, meist goldenen Zwiebelturmoptik gestaltet worden. Auch die U-Bahnstationen sind mit prachtvollen Mosaikbildern und Kronleuchtern geschmückt.
Während des Aufenthaltes in Moskau wird jedes Jahr ein buntes Programm geplant. So wurde beispielsweise das Bolschoj - Theater, der Kreml oder der russische Staatsschatz besucht. Eine Besichtigung des Roten Platzes und des Grabes des unbekannten Soldaten fehlte natürlich auch nicht. Einige wichtige Kirchen standen genauso auf dem Programm wie die beiden extravaganten Kaufhäuser ZUM und GUM.
Manche Unternehmungen wurden gemeinsam mit den Austauschschülern bestritten, andere ohne sie. Neben diesen Programmpunkten gab es auch Zeit, die allein in den Familien verbracht wurde.
Der Schüleraustausch verbindet viel Spaß mit der Aufbesserung unserer Englischkenntnisse. Für alle, die ihren Horizont erweitern wollen, ist die Moskaufahrt genau das Richtige mit viel Erfahrungswert.
Lisa Hauptstein & Lena Schwarze |